1 Wortschatz erkunden

DaZ - DaF

Nicht nur für Erwachsene auch für Kinder ist es eine grosse Herausforderung, eine neue Sprache zu lernen. Geschieht dies im Alltag, im Spiel mit anderen Kindern, spricht man vom Zweitspracherwerb (DaZ). 

Leider fehlt vielen Kindern in den deutschsprachigen Ländern, die Gelegenheit ausgiebig  mit deutschsprachigen Kindern zu spielen. Die Kinder lernen Deutsch nicht als Zweit-sprache sondern als Fremdsprache (DaF), die sie nur im schulischen Umfeld lernen und verwenden können. 

Im Kindergarten, in der Krippe und auf dem Spielplatz kommen die Kinder gut mit ihrem Zweitwortschatz, der Mundart zu recht. Zu Hause können sie sich in ihrer Erstsprache Gehör verschaffen. 

Bildungssprache

Wozu nun noch eine dritte Sprache lernen? Die Kinder können noch nicht verstehen, dass sie die Bildungssprache, die Standardsprache später in der Schule sehr dringend beherrschen und verstehen sollten, die Kinder wollen eigentlich nur spielen und dafür reichen ihre Sprachkenntnisse meist aus. 

Die besten Lehrer der Welt

Die Eltern sind die besten und die wichtigsten Lehrer der Welt! Nur wenn die Eltern ihre Kinder beim Deutsch lernen unterstützen, sie die Kinder für diese neue Sprache begeistern können und sie mit ihnen spielerisch lernen, sind die Kinder für die Anforderungen der Schule bereit. 

Sprachförderung dokumentieren

Um die Fortschritte, aber auch die Probleme in der Sprachförderung dokumentieren zu können empfehle ich, vor jedem neuen Thema den aktuellen Wortschatz der Kinder spielerisch abzufragen. 

Die Tiere haben sich als ideales Einstiegsthema seit Jahren bewährt, genauso wie viele Kinder sprechen auch die Tiere eine andere Sprache. Die Tiere und ihre Laute sind vielen Kindern bereits in ihrer Muttersprache bekannt, die Tiere können eine emotionale Bindung zu den Kindern herstellen. 


Lernziele


- Den Wortschatz der Kinder erkunden

- Vertrauen aufbauen und den Kindern die Angst vor der      

  neuen Sprache nehmen 


Material

- 12 Plüsch- oder Spielzeugtiere 
   um mit meinen Druckvorlagen und Materialien spielen zu  
   können, benötigen Sie folgende Tiere: Ente, Esel, Gans, 
   Hahn, Hase, Hund, Katze, Kuh, Pferd, Schaf, Schwein, Ziege
-  Tasche oder Koffer, darin liegen die Tiere 
-  Aufnahmegerät (Smartphone, Diktiergerät) 

Spieldauer: ca. 15 - 30 Minuten 

Vorbereiten 

Ich lege die Tiere in die Tasche und schalte das Aufnahmegerät ein. Ich möchte nicht, dass die Kinder den Eindruck bekommen, sie werden getestet. Die Stimmung ist fröhlich, ich nehme mir viel Zeit für jedes Kind, gehe auf seine Fragen und Ideen ein, höre zu. Gleichzeitig versuche ich mit viel Fingerspitzengefühl so viel Wortschatz aus dem Kind zu "kitzeln" wie möglich. 

Anleitung 

"Schau mal was ich gefunden habe, eine ganze Tasche voller Tiere. Komm wir schauen, welche Tiere in der Tasche sind. Nimm doch ein Tier heraus, weisst du, was das für ein Tier ist?" 

Je nach Antwort des Kindes, passe ich mein weiteres Vorgehen dem Wissen des Kindes an: 

- keine Antwort: "Hier ist die Katze. Die Katze miaut. Kannst du auch miauen? Miau, miau, 
  miau. Komm wir probieren es zusammen. Miau, miau, miau!

- "Katze." - "Sehr gut, hier ist die Katze. Weisst du wie die Katze spricht?" - "Miau" - "Super,
  die Katze miaut. Komm wir miauen zusammen: Miau, miau, miau."

- "Das ist eine Katze." - "Genau, weisst du wie die Katze spricht?" - "Sie miaut." - "Genau,      die Katze miaut. Weisst du auch, was die Katze gerne frisst?" - "Mäuse." - "Richtig, die
  Katze frisst gerne Mäuse. Was macht die Katze, um die Mäuse zu fangen?" - ...

Ich bitte das Kind die Tiere auf den Tisch zu stellen, je nach Sprachstand, versuche ich bereits einige Präpositionen einzubringen. "Stell die Katze neben ..., vor ..., hinter ... den Hund." Wenn alle Tiere auf dem Tisch stehen und das Kind noch spielfreudig ist, bitte ich es mir ein bestimmtes Tier wieder in die Tasche zu legen. Kinder, die die Tiere bereits benennen konnten, frage ich, welches Tier es mir in die Tasche legen möchte. 

Auswertung

Nach der Förderstunde werte ich die Aussagen der Kinder mit meinem Wortschatzblatt aus. Ich kreuze alle genannten Wörter: der, die, das, die Tiernomen, die Tierlaute, die Verben auf an, ich notiere auch abweichende Bezeichnungen z. B. ein Chatz und muttersprachliche Äusserungen, diese versuche ich zu übersetzen, um zu sehen, ob das Kind, das Tier in der Muttersprache benennen kann. 

Die Auswertung dient mir als Grundlage für die weitere Förderung: Tiernomen mit Begleitern lernen, die Tierlaute und die passenden Verben, die Bewegungsverben, etc. 

Je nach Förderungsform, Einzeln oder in der Gruppe, überprüfe ich den Wortschatz-zuwachs wöchentlich, spätestens aber nach dem Abschluss des Themas.

Chunks/Redemittel:

Hörverständnis - rezeptive Übung

- Nimm ein Tier aus der Tasche. 
- Weisst du, was das für ein Tier ist? 
- Was ist das für ein Tier? 
- Wie heisst dieses Tier? 
- (Der, die, das) Nomen Verb. Die Katze miaut. 
- Komm wir probieren es zusammen.
- Weisst du, wie (der, die, das) Nomen spricht? 
- Wie spricht (der, die, das) Nomen?  
- Stell (der, die, das) Nomen - vor - auf - hinter - (der, die, das) Nomen.

Sprechen - reproduktive Übung

- Hier ist (der, die, das) Nomen. 
- Tierlaute gemeinsam sprechen.

Vorlage 

- Wortschatz-Entwicklung: Tiere 1





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